Tag Archive for gabriella mongardi

Gibs auf!

kafka

FRANZ KAFKA Es war sehr früh am Morgen, die Straßen rein und leer, ich ging zum Bahnhof. Als ich eine Turmuhr mit meiner Uhr verglich, sah ich, daß es schon viel später war, als ich geglaubt hatte, ich mußte mich…

Nachts

Eclissi di luna

FRANZ KAFKA Versunken in die Nacht. So wie man manchmal den Kopf senkt, um nachzudenken, so ganz versunken sein in die Nacht. Ringsum schlafen die Menschen. Eine kleine Schauspielerei, eine unschuldige Selbsttäuschung, daß sie in Häusern schlafen, in festen Betten,…

Kleine Fabel

by Lorenzo Barberis

FRANZ KAFKA »Ach«, sagte die Maus, » die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah,…

Prometheus

prometeus

FRANZ KAFKA. Von Prometheus berichten vier Sagen: Nach der ersten wurde er, weil er die Götter an die Menschen verraten hatte, am Kaukasus festgeschmiedet, und die Götter schickten Adler, die von seiner immer wachsenden Leber fraßen. Nach der zweiten drückte…

Die Brücke

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FRANZ KAFKA Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In…

Welttag der Poesie

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Fremde Worte Verirrte Vögel Zwischen unentzifferbaren Berge – Monviso, Argentera – Fremde Worte Aus siderischen Entfernungen – Schluchten Schlucken Schwalben Schlucken Schluchten Gabriella Mongardi Zwei Fotografien von Bruna Bonino: Monviso (oben) und Argentera (unten)

Stoßseufzer

Cenerentola

EMERENZ MEIER. Hätte Goethe Suppen schmalzen, Klöße salzen, Schiller Pfannen waschen müssen, Heine näh’n, was er zerrissen, Stuben scheuern, Wanzen morden… Ach, die Herren, alle wären keine großen Dichter worden! (1874-1928, bayrische Volksdichterin)